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12
Nov
10

Das Kosmogramm – das Horoskop

 

Was ist das denn nun überhaupt – ein HOROSKOP oder: Kosmogramm ?

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Das Kosmogramm ist das Abbild des Sternenhimmels, insbesondere der Planeten und Tierkreiszeichen beim Augenblick der Geburt eines Menschen bezogen auf dessen Geburtsort. Lange haben Astrologen darüber diskutiert, ob nicht das Zeugungs-Kosmogramm (ein philosophischer Ansatz) eines Menschen genauso wichtig oder gar wichtiger ist. Der Astrologe – die Astrologin – von heute berücksichtigt das „astrologische Zeugungsdatum“ genauso wie die Geburtsdaten der Eltern.

Am Sternenhimmel gibt es feste Punkte, die ihre Position zueinander nie ändern. Diese Punkte werden deshalb Fixsterne genannt, z.B. sind Sirius, der Rigel, die Spica gut sichtbare (Fix-) Sterne. „So etwas wie Abermillionen von Sonnen …“ wurde es mir in der Sternwarte Erkrath erklärt. Jedoch ein paar ‘Lichter’ (also leuchtende Punkte am Sternenhimmel) ändern ihre Position ständig, sie werden deshalb Wandelsterne genannt (z.B. Venus, Mars, Jupiter) und sind – wie wir heute wissen – ebenso Planeten wie unsere Erde.

Diese Planeten zusammen mit Sonne und Mond durchlaufen den Sternenhimmel in einem begrenzten Bereich, immer in der Nähe der scheinbaren Sonnenbahn. Die dortigen Sternbilder – in den Mythologien der alten Völker als Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, usw. beschrieben – geben den Tierkreiszeichen, wofür der Astrologe sich interessiert, ihren Namen. Der Tierkreiszeichenring beginnt dabei – im Gegensatz zu den Sternbildern – genau am sogenannten Frühlingspunkt, also dort wo die Sonne am Frühlingsbeginn steht.

Da die Sonne, der Mond und die Planeten ihre Position in den Tierkreiszeichen und damit auch zueinander täglich ändern und sich das ganze Himmelsgewölbe in 24 Stunden einmal um seine Achse dreht, und überdies der Sternhimmel an verschiedenen Orten verschieden aussieht, ist das Kosmogramm zweier Menschen nie gleich, es sei denn sie wurden am gleichen Ort und zur genau gleichen Zeit geboren. Eigentlich müßten die „zwei gleichen“ Menschen auch zur selben Zeit gezeugt sein.

Sie merken schon, dass es weder zwei gleiche Menschen noch   zwei gleiche Kosmogramme gibt. In den Anfängen unseres Jahrhunderts stritten sich Astrologen noch darüber, ob der Zeitpunkt des Kopfaustritts oder des Abnabelns für die Zeitpunkt-Beurteilung eines Kosmogramms entscheidend ist. Wenn man nun aber einmal darüber nachdenkt, dass der Vorgang der Geburt volle 15 (fünfzehn) Stunden dauert, dass alle, die mit der damit verbundenen Arbeit befaßt sind, sich bemühen, zwei  Leben zu erhalten, erkennt man leicht nicht nur dass, sondern auch WARUM die in Kliniken oder von Hebammen festgehaltene sog. „standesamtliche“ Geburtszeit von der durch den Astrologen während einer vertraulichen astrologischen Stellungnahme anhand der vom Individuum erlebten Krankheits- und Unfallverläufe und sonstiger Lebensdaten ermittelten „astrologisch korrigierten“ Geburtszeit abweichen kann. Das zum Beispiel ist der Grund dafür, dass ich verschiedene Hilfs-Kosmogramme anlege (u. a. auch eines über die „kosmische Geburt“ nach Kündig) um die Verhaltensformen des Klienten besser zu verstehen. In diesem Punkt bin ich mir völlig einig mit Herrn Lutz, der in seinem wunderbaren Vortrag zum Thema Sonnengleichung während des Kongresses der beratenden Astrologen der DAU Ende Sept. 93 ausgeführt hat, dass es sehr  wohl einen deutlichen Unterschied zwischen der biologischen und der astrologischen Geburtszeit geben muß. Als Ergänzung zu diesem Vortrag hätte meine Auffassung gut gepaßt: Nach meiner Erfahrung nämlich sollte der/die beauftragte AstrologIn nicht versuchen, den „einzig richtigen“ Direktionsschlüssel zu finden (wohl Dutzende von Direktionsideen haben eine Abweichung von weniger als 60 Gra€inuten, da lobe ich mir den Naibod oder die Bibelregel). Genau so, wie man durch Unfall-Zeit-Angaben etc. den „Körperlichen Direktionsschlüssel“ finden kann, so kann man einen „Bewußtseinsschlüssel“ oder einen „Spiritualitäts-Schlüssel“ finden, wenn man sich die Zeit dafür nimmt. Die tadellose Fleiß- und Forschungsarbeit von Herrn Lutz wird mich bestimmt weiter inspirieren. Die astrologisch korrigierte Geburtszeit ist Grundlage jeder astrologischen Arbeit, wenn Sie denn für den Klienten sinnvoll sein soll.

Die allgemein übliche Frage nach dem Tierkreiszeichen, in dem man geboren worden ist, erbringt nur den Stand der Sonne in einem bestimmten Zeichen und spiegelt damit keinesfalls die unendliche Vielfalt eines Kosmogramms wieder.

Vielmehr resultiert die – Pardon! – laienhafte Frage nach dem Tierkreiszeichen aus dem allgemeinen Interesse, das die Presse in Gang brachte. 1914 gab es gegen Miß Adams (1865-1932) in Amerika einen Strafprozeß wegen „Wahrsagerei“. Die Parkers schreiben in ihrem Buch „Astrologie – Ursprung – Geschichte – Symbolik“, dass man ihr ein anonymes Kosmogramm zur Beurteilung gab. Nach der Kenntnisnahme ihrer Interpretation erklärte der Richter, das Kosmogramm sei das seines Sohnes gewesen und sie habe ihn in allen Punkten richtig beurteilt. In seinem Urteil sagte er, sie habe die ‘Astrologie zur Würde einer exakten Wissenschaft erhoben’ und sprach sie frei.

Auf unserem Kontinent leistete H. Naylor (1889-1952) 1930 Pionierarbeit. Er wurde vom Herausgeber des Sunday-Express beauftragt, das Kosmogramm der neugeborenen Prinzessin Margret Rose zu stellen. Er sagte die ungeheuer wichtigen Vorgänge voraus, die 7 Jahre später zur Thronbesteigung ihres Vaters Georg VI. führten.

N o c h   bedeutender für die Verbreitung der Astrologie war aber ein weiterer Artikel, den der Herausgeber bei Mr. Naylor für die nächste Woche bestellte. Darin erwähnte N. eine mögliche Gefahr für die britische Luftfahrt. Am Tage der Veröffentlichung verunglückte das Luftschiff R-101 in Nordfrankreich.

Naylor wurde über Nacht berühmt. Seitdem konnte es sich keine Zeitung oder Zeitschrift mehr leisten, auf eine Sonnenzeichen-Spalte zu verzichten. Leider hat die dauernde Ausrichtung auf das Sonnenzeichen der Astrologie erheblichen Schaden zugefügt. Selbst Leute, die sich für intelligent und kritisch halten, stehen oft genug unter dem Eindruck, dass die Astrologen seriöse Charakteranalysen nur auf diesen Aspekt des Kosmogramms abstellen. An dieser unsinnigen Auffassung ist weder die Astrologie noch die Astrologen schuld. J


Was ist denn nun ein „Kosmogramm“ ?

Wenn eine Person ihr persönliches Kosmogramm möchte, dann ist an erster Stelle eine Berechnung der Gestirnsstände für die genaue Geburtszeit und den exakten Geburtsort nötig. Ohne Computer sind dafür umfangreiche Berechnungen und dicke Nachschlagewerke erforderlich.

Auch professionelle Astrologen scheuen diesen Aufwand. Hier hilft der Computer, weil er vieltausen€al schneller als der Mensch die nötigen Berechnungen durchführt und sie auflistet. Auf der Grundlage der Berechnung des Kosmogramms folgen die weiteren Schritte. Wer gern in Bildern denkt, möge sich ein Theaterbühnenbild vorstellen, auf dem sich Haupt-, Nebendarsteller und reitende Boten bewegen. Auch im Theater agieren nicht alle Mitwirkenden auf einmal, sondern nach Regiebuch und Rollenverständnis …

Bezogen auf das Kosmogramm-Bild würde ein Astrologe sagen: Sie (die Sternsymbole in uns) agieren je nach dem wie sie (durch Transite oder ähnliche „Hilfs-Kosmogramme“) bestrahlt (begleitet) sind.

Anders ausgedrückt:

Ein Kosmogramm kann auch wie eine Art Fahrplan verstanden werden. Dort werden ja auch die günstigsten Anschlüsse (Zeitqualität!) gezeigt. Kopf, Plan und manchmal eben auch das Portemonnaie entscheiden, ob wir mitfahren oder nach einem anderen Zug suchen, d. h. einer anderen Zeitqualität entgegenstreben. Bei näherem Hinsehen dürfte jedem klar werden, dass wir zwar durchaus ohne Fahrplan Bahnreisen unternehmen können, aber es ist doch wohl klar, dass wir viel vergebliche Zeit unter ungemütlichen Bedingungen auf zugigen Bahnhöfen und mit schlechter Verpflegung verbringen, wenn wir den Fahrplan nicht zur Kenntnis nehmen.

Als erstes erstellt man eine Auswertung des Kosmogramms nach astrologischen und kosmobiologischen Regeln. Hierbei wird der ‘kosmische Zustand’ von Planeten, Zeichen und Häusern beurteilt.

Darauf folgt die Deutung, eventuell die Metagnose und die Prognose. Bei einer Partnerschafts-Analyse muß zusätzlich zu den zwei einzelnen noch das gemeinschaftliche Kosmogramm (Combine oder Composit) zur Deutung herangezogen werden.

Auch die Auswertung eines Kosmogramms und seine Deutung ist sehr zeitaufwendig und erfordert vom Astrologen eine umfangreiche Kenntnis der Bedeutungen der einzelnen Elemente eines Kosmogramms.

In der Praxis bedeutet dies eigentlich, dass ein Astrologe viele Deutungswege beherrschen sollte, damit er seinem Auftrag gerecht werden kann und er sich bei der Gewichtung auf seine Intuition und sein Wissen verlassen kann. Auch hier, bei der Gewichtung, kann der Computer viel Arbeit und Zeitaufwand abnehmen und Beurteilungsfehler  vermeiden helfen.


 

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12
Nov
10

Astrologie – zeitlos aktuell

 

 

 

ASTROLOGIE – WARUM IST SIE ZEITLOS AKTUELL ?!?

von Bernd Schiele

 

Ein paar grundsätzliche Gedanken und Zusammenhänge:

 

WAS IST EIN KOSMOGRAMM?

Im Wort Kosmogramm stecken zwei Worte aus alten Sprachen: Hora (die Stunde) und skopein (be-schauen).

Es wird also eine Stunde „beschaut“ bzw. betrachtet. Ein Kosmogramm kann man für alle möglichen Vorfälle stellen. Wenn dieser Aufsatz dazu führt, dass Sie Ihre Beschäftigung mit der Astrologie ausweiten auf Mundan-Astrologie und alle anderen Richtungen dieser wunderbaren Erfahrungs-Wissenschaft, dann ist der Zweck dieser Nachtschicht-Schreiberei (gern geschehen!) erreicht.

Sie – ja! – gerade Sie! – sollen heute u. a. auch etwas über meine Begeisterung für diese fabelhafte alte, ewig junge Menschenlehre, Rhythmuslehre – egal auf welchen Begriff wir uns einigen – erfahren. Natürlich werde ich Sie auch über die Gründe, die zu dieser Begeisterung geführt haben, nicht im unklaren lassen.

Vielleicht teilen Sie meine Begeisterung schon sehr bald, wer weiß?

Bereits jetzt sind Sie mehr als nur oberflächlich an Astrologie interessiert, Sie hätten ja sonst ein Astrologie-PC-Programm gar nicht erworben oder mit mir wegen des Astrologie-Unterrichts Kontakt aufgenommen.

Den technischen Umgang mit einem PC-Programm für Astrologie, auch die  Berechnung eines Kosmogrammes ohne PC werden Sie bald beherrschen.

Nun, offen gestanden: Wenn Sie ein bekannter Astrologe sind, brauchen Sie diesen Abschnitt nicht weiterlesen. Oder vielleicht doch?

Wenn Sie aber ein(e) Einsteiger(in) sind, kommt aus diesem Aufsatz vielleicht doch der eine oder andere astrologische Denkanstoß.

Zur Standort-Bestimmung lassen Sie sich – bitte! – ein wenig provozieren: Sollte da noch ein Rest Aberglaube o. ä. im Köpfchen/Herzchen sitzen?

Machen Sie diesen Rest hier und jetzt zu   S t a u b   !  Ok?

Zum Bangemachen ist die Astrologie nicht erfunden oder: dem Menschen geschenkt worden! Niemand hat ein Kosmogramm, das er nicht tragen kann.

Denken Sie sich einmal die Zeit als eine (Zeit-)Röhre, in der sich Planeten und andere astronomische und astrologische Punkte schneckenförmig oder spiralförmig bewegen. Wenn nun ein Geburts-Kosmogramm eines Menschen erstellt werden soll, wird aus dieser (Zeit-)Röhre eine „Scheibe“ (der Geburtstag) herausgeschnitten. Auf einem Tierkreis-Formular werden die Gestirnsstände vermerkt. Geburtsort und -zeit bestimmen den „Häuser“-Ring. Astrologische Häuser stellen Lebensbereiche der Menschen dar.

Haben Sie noch Phantasie übrig? Ja?

Dann stellen Sie sich das Kosmogramm wie ein Bühnenbild im Theater vor. Die Planeten sind die Schauspieler auf dieser Bühne. Teils Haupt- teils Nebendarsteller, reitende Boten usw.; Sie haben schon die eine oder andere Theateraufführung gesehen. Nicht alle Darsteller nehmen dauernd am Bühnengeschehen teil. Der Astrologe sieht sich nun die Aspekte (Gestirnsabstände untereinander) an.

Das sind die Tonarten, derer sich die Schauspieler untereinander bedienen.

ZACK!!! Schon schneidet der Astrologe aus der Zeitröhre die Bühnendarstellung – das Kosmogramm – von  heute heraus! Ergebnis: Andere „Bühnenverhältnisse“, andere „Schauspieler-Tonarten“ als bei der Erstaufführung! Aufgabe des Astrologen: Bestandsaufnahme = Vergleich der beiden Darstellungen. Wie weit ist das Theaterstück fortgeschritten? Welcher Schauspieler kommt auf welche Art ins Rampenlicht? Wer hat zurückzutreten zwischen die Statisten? Zu welcher Regieanweisung ist zu raten, damit die Aufführung ein Erfolg wird?

Habe ich das zu kompliziert ausgedrückt? Oder sind die Vorgänge etwas transparenter geworden?

Seit Jahrtausenden gibt es Aufzeichnungen über Gestirnsstände und Aspekte im Geburts- Kosmogramm der Menschen. Die Astrologie ist die Basis der modernen Psychologie und die Basis der modernen Medizin. Die Lehrstühle der Astrologie sind um die Jahrhundertwende geschlossen worden. Die Astrologie war 1000 Jahre Nr. Eins der Wissenschaften und verschwand von den Universitäten, als die Naturwissenschaften Einzug hielten, hat aber, man höre und staune, einige Wissenschaften noch lange begleitet. Auch heute noch ist das so.

Heute? Nun: Es gibt eine Doktorarbeit über Tarot von 1985 und eine viel beachtete Doktorarbeit über Astrologie von 1986. Mit großem Interesse und mit riesigem Vergnügen habe ich die Korrespondenz der Dekane der deutschen Universitäten über das Für und Wider der Anerkennung von Dr. Niehenkes (früher Geschäftsführer des Deutschen Astrologen-Verbandes) Fleißarbeit gelesen. Wie Sie sehen: Das Punktespiel lief  für die Astrologie!

In Amerika schaffen 11.000 praktizierende Astrologen die Psychiater-Welle ab, las ich in einer (Schweizer?) Astrologen-Zeitung. Es ist mir ein Vergnügen, dass der Skeptiker-Verband USA der Astrologie ein gutes Zeugnis ausstellt und dass sich das PM-Magazin 1/97 eingehend mit der Astrologie befaßt. Ich schließe mich der Meinung von Madame Tessier an: Noch in diesem Jahrhundert kehrt die Astrologie an die europäischen Universitäten zurück. In Riga gibt es schon einen Lehrstuhl. Der Ort der nächsten  „Vollstreckung“: Sehr wahrscheinlich Uni Zürich … Im November 1997 erschien im Gol€ann-Verlag das Buch „Die Akte Astrologie“ von Gunter Sachs. Dies ist eine Statistik, die beweist, dass die Astrologie 100 %ig „funktioniert“ und Ergebnisse jenseits der Wahrscheinlichkeitsgrenze „liefert“. Im Anhang des Buches wird ein Bericht des Allenbach-Institutes über einen 50 Jahre dauernden Feldversuch mit der Astrologie mitgeliefert. Auch durch das Allenbach-Institut werden astrologische Erkenntnisse bestätigt. Zukünftig werden es Kritiker schwerhaben. Dass dann im 3. Programm WDR im gleichen Zeitraum eine „Wissenschaftssendung“ ausgestrahlt wird über den „Unfug“ der Astrologie mit längst überholten Argumenten wie Frühlingspunkt-Debatte usw. zeigt eigentlich nur, dass schlechte Recherche auch in sonst guten Sendungen vorkommt. In dem Zusammenhang kann man sich auch über das Buch vom „Bibel-Code“ Gedanken machen. Führende Mathematiker dreier großer amerikanischer Universitäten entdecken im ersten Buch Mose einen Prognose-Schlüssel über Jahrtausende. Man sieht also, dass Astrologen ein hochinteressantes Kulturgut hochhalten. Unsere „Wissenschaftler“ mußten schon große Teile der Erkenntnisse über die Physik umkrempeln; es kommt noch einiges nach.

Sie sind skeptisch? Nun: Arbeitsgruppen über Tarot, I-Ging, psychologische Astrologie gibt es in Düsseldorf an der Heinrich-Heine-Universität, in Marburg usw. In der Nähe welcher Uni wohnen Sie? Wenn Sie Astrologie- Lehrgänge von Klöckler und Thomas Ring etc. leihen wollen:   D i e   stehen in der nächsten Universitätsbücherei.

Fragen Sie den/die Bibliothekar(in). Wenn der/die nicht weiß, was Sie meinen, erkundigen Sie sich nach dem Regal für „Angewandte Psychologie“. Die Tarot-Doktorarbeit ist von einer jungen Frau im Auftrag der Universität Zürich erstellt worden. Lassen Sie sich also auch die Regale mit der Aufschrift „Philosophie“ zeigen! Der Arbeitstitel lautet: „Die divinatorische Bedeutung der 22 großen Arcana des Tarot“ o. ä. Der Inhalt: Trockene Materie ohne „Gesülze“. Tarot-Bilder werden erklärt als Allegorien zum Humanismus, zu abendländischen und asiatischen Denkmodellen.

 

12
Nov
10

Brief an PM-Magazin (1997)

Bernd Schiele

Astrologische Forschungen        Telefon 02102-5 12 96 + 0177-2346338

Käthe-Kollwitz-Straße 2

D-40882 Ratingen-Homberg

18.01.97

Betr. PM 1/97 – Astrologie-Special

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren!

Mit großem Vergnügen habe ich den mit viel Elan und hervorragender Sachkenntnis geschriebenen Artikel gelesen.

Selbstverständlich läßt sich selbst im Rahmen eines Sonderheftes nicht alles über die altbewährte, ewig junge Erfahrungswissenschaft Astrologie darstellen. Allein schon die Idee, den Aufsatz eines guten Astrologen wie Peter Ripota, der manches gute Buch geschrieben hat, und die Darstellung eines Skeptikers einander gegenüberzustellen, ist ausgesprochen unterhaltsam für den interessierten Leser. Herrn Ripotas Aufsätzen ist bei der im PM-Heft nötigen Knappheit der Darstellungsmöglichkeiten nichts hinzuzufügen. Herrn Wunders Kommentare geben einiges von der landläufigen Kritik wieder, mit der man Astrologenverbände von Zeit zu Zeit konfrontiert.

Dank auch an den/die Herausgeber für den Versuch, einen ausgewogenen Artikel zu veröffentlichen.

Die Frage „Ist die Astrologie eine Wissenschaft?“ ist als „Aufmacher“  in einem populär-wissenschaftlichen Magazin bestens angebracht. Ich würde Astrologie als ein hochinteressantes Forschungsthema bezeichnen. Die Forschungsergebnisse verdienen meiner Meinung nach durchaus Beachtung. Der letzte Lehrstuhl verschwand von der Universität ungefähr um die Jahrhundertwende, als die Labors entstanden. Sie hat dennoch als Basis der modernen Medizin und der modernen Psychologie die Akademie über den Anfang dieses Jahrhunderts hinaus begleitet. Man kann das durchaus erkennen, wenn man z. B. in der Düsseldorfer Universitäts-Bibliothek stöbert. – In Riga gibt es bereits einen Lehrstuhl, in Holland sind Bestrebungen im Gange. Ich könnte mir vorstellen, dass der nächste irgendwann in Zürich entsteht (eine Doktorarbeit über die Divination mit Tarot-Karten gibt es dort bereits).

Es gibt zwar bis heute in Deutschland keinen neuen Lehrstuhl für Astrologie – aus welchen Gründen auch immer – , nichtsdestoweniger liegt eine Doktor-Arbeit vor. Ein Sportmediziner einer Universität (Bielefeld?) hat als „Doktor-Vater“ die Genehmigung der Arbeit bei den Dekanen der anderen Universitäten durchgeboxt. Die Doktor-Arbeit von Dr. Niehenke (1984 oder 1986) konnte nach mehreren tausend Jahren Erfahrungswissenschaft nicht viel Neues bringen. Sie weist wohl einmal mehr nach, dass Statistiken für oder gegen die Astrologie ausgehen wie das Hornberger Schießen. Die Computer-Zeit-Kosten von mehreren Hunderttausend Mark  waren der Grund für eine längere Korrespondenz über das Für und Wider der Genehmigung. Die Korrespondenz dürfte in jeder Universitäts-Bücherei einzusehen sein. Daraus ist  u. a. zu entnehmen, dass längst nicht alle Dekane mit den Ergebnissen ihrer naturwissenschaftlichen Fakultät einverstanden sind und u. a. sich eine fakultäten-übergreifende Zusammenarbeit mit Erfahrungswissenschaftlern a) vorstellen können und b) wünschen.

Herr Ripota weist ja darauf hin, dass ein Problem der Astrologie als Schritt in Richtung akademische Wissenschaft darin besteht, eine Methode zu finden, mit der man Potentielles überprüfen kann. Die Psychologie kennt nicht messbare Innenwelten. Wir haben da eben   a l l e   nur zu staunen und zu beobachten. Keine Wissenschaft arbeitet mit nur einer Methode. Die Menschheit ist auf der Zwei aufgebaut, alle Sprachen der Welt bestehen aus der Aneinanderreihung von 25 Buchstaben. Geben wir also den Gedanken auf, mit nur   e i n e r   Methode auszukommen.

Gauquelin hat seine Statistiken im Auftrag einer Universität ermittelt, die die Astrologie in Mißkredit bringen wollte.

Die ersten Untersuchungsergebnisse passten den Auftraggebern gar nicht. Man überbot sich danach hier wie da in Zahlenermittlung und Gegendarstellung. Die beratende bzw. forschende Astrologie hat auf diese Weise eine große Menge Statistik-Material zur Verfügung, die auf die eine oder andere Weise in die heutige Deutung mit einfließt.  Die Psychologie verwendet auch Statistiken zur Rechtfertigung ihrer Annahmen. Jede Statistik, jeder „Forschungs-Stoff“ sieht von jedem Standpunkt aus anders aus. „Frau Holle“ ist als Märchen für die einen ein Lesestoff für Kinder, für die anderen (Drewermann) eine Darstellung des Sonne-Mond-Prinzips, eines Denkmodells, das sich durch alle Kulturen zieht.

Der astrologische Tierkreis ist ein Denkmodell, eine Lehre vom Idealbild, eine Kraftfeld-Theorie, von daher dem Schach-Motiv nicht unähnlich. Er erleichtert dem beratenden Astrologen ebenso wie dem ganzheitlich denkenden Mediziner, Psychologen oder Homöopathen das meditative Nachdenken über einen Menschen bzw. die Qualität der Zeit, unter der ein Ereignis stattfindet oder die Geburt eines Menschen passiert. Für den Biochemiker, den ich in einer Arbeitsgruppe an der Düsseldorfer Uni traf, ist das Horoskop eines Menschen zu sehen wie die Darstellung einer Säure, links- oder rechtsgedreht.  Ein Psychologe aus derselben Gruppe machte sich Gedanken über Psycho-Rhythmen im Menschenleben und entdeckte die gleichen Rhythmen, wie der Astrologe sie auch studiert, wenn der Neptun-Spiegelpunkt beim Klienten wirkt. Mein Freund produziert ein Astrologie-Programm für Computer. Die Benutzerliste wird Skeptiker erstaunen, denn ein hoher Anteil der Benutzer sind Ärzte,  Therapeuten, Homöopathen und Apotheker.

Der Astrologe setzt sich auf verschiedene Weise mit der Natur der Welt und der Natur des Menschen auseinander, wie der gut fundierte Aufsatz von Herrn Peter Ripota zeigt. Wenn der Laie vom „Wirken der Sterne“ liest und hört, müssen zunächst verschiedene Dinge erklärt und Unklarheiten beseitigt werden. Die Erklärungen berühren Dinge wie Keplers Lehre von der Weltharmonie oder die heutige Quantenphysik und die Chaosforschung. Die Astrologie lehrt, dass Dinge, die wir sehen, in Zusammenhang stehen mit Dingen, die wir nicht sehen. Astrologen sprechen untereinander vom „Wirken der Planeten“, weil sie nicht immer den ellenlangen Satz wiederholen wollen: „Es hat sich in den letzten Jahrtausenden/Jahrhunderten gezeigt, dass, wenn die Planetenformation …X…Y… im (hochgerechneten oder im Geburts-) Horokop eines Menschen erscheint,  der Mensch zur Handlungsweise …A…B…. tendiert und u. U. deshalb die Vorkommnisse … C … D … auf sich zieht“ .

Eben über diese Planetenformationen werden Erfahrungen gesammelt und beim Deutungsgespräch und in der Analyse-Ausarbeitung verarbeitet. Müßig eigentlich, sich über Landscheidt-Themen und Seymour-Forschungen zu zanken. Vielleicht fällt uns (und auch den Skeptikern) das Erkennen, ob die Planeten auf die Sonne oder auf die Erde „wirken“ nur deshalb nicht leicht, weil es (Pardon!) dem Menschen schon immer schwerfiel, Dinge zu erkennen, die er klar vor Augen hat … Wir sind ein Teil des Kosmos, des Universums, so lehren uns manche abendländischen und asiatischen Weltbilder. Von Bohm und anderen hören wir es heute wieder.

Wie schreibt  Peter Ripota so schön auf Seite 66: Möglicherweise ist die Sache doch anders, vermutlich um einiges komplizierter. In der Philosophischen Fakultät der Düsseldorfer Universität hing Ende der 80er Jahre ein Schild; ich gebe den Text sinngemäß wieder:  Das Geheimnis des Universums ist unfaßbar. Wird es erfaßt, so wird es automatisch durch etwas neues Unfaßbares ersetzt.

Mein Fazit: Die Ratio allein hilft nicht immer. Wissenschaftler jeder Couleur sollten Wissen schaffen, nicht verhindern. Mir erscheint das Verhalten von Wissenschaftlern, die Erkenntnisse der astrologischen Forschung einfach abtun, genauso fragwürdig wie das Verhalten von Astrologen, die im Gespräch von Mensch zu Mensch Einfühlungsvermögen und Philosophie (Astrosophie) vergessen. Vor kurzem war noch in der „Rheinischen Post“ ein Aufsatz eines Psychologen zu lesen, der es unpassend fand, Psychologie und Philosophie zu trennen …

Eigentlich gibt es gar nicht viel, was Astrologen und Wissenschaftler trennt. „Insider“ wissen das. Wir brauchen Forschung in jeder Weise. Jeder Astronom freut sich, wenn er im Rahmen einer TV-Talkshow – mit einem Astrologen scheinbar kontrovers diskutierend – auf seine Berufsgruppe oder seine Sternwarte aufmerksam machen kann. Das Licht der Sterne, das wir sehen, ist 3000 Jahre alt, wenn wir es sehen. Dennoch: Kein Astronom, demzufolge auch kein Astrologe, kann genau berechnen, wo Pluto steht …  Und: Wissen wir wirklich, was wir sehen? Trotzdem ist nebenbei erwähnt für mich hochinteressant, dass es Hobby-Astronomen waren, die den Jupiter-Beschuß eher kommen sahen als die Wissenschaftler hinter ihren Riesen-Teleskopen. Für die Harmonie unserer Welt hätte eine gravierende Beschädigung des Jupiter fatale Folgen gehabt. Das Universum und seine Gezeiten haben wir noch lange nicht im Griff.

Wenn man sich nicht auf eine Formel wie z. B „Zwei und zwei  =  Vier“  geeinigt hätte, wäre Schulrechnen gar nicht möglich. Das gesellschaftliche, politische und finanzielle Leben zeigt aber häufig, dass Zwei und zwei  =  Fünf minus Eins ist; eine Formel zwar, mit der sicher kein Brückenbau-Ingenieur je eine Brücke bauen kann, aber eine Formel, nach der das Leben in der Politik, der Gesellschaft und im Finanzwesen häufig läuft.

Als Paracelsus sinngemäß sagte: „Ein guter Medicus muß ein guter Astrologus sein“  hat er sicher nicht gemeint, dass ein Arzt ein guter Strolch sein muß. Er meinte wohl vielmehr   d e n    Astrologus, der am mittelalterlichen Fürstenhof Forschungsarbeit im Turmzimmer verrichtet hat und gleichzeitig Astronom, vielleicht auch philosophisch-psychologischer Berater seiner manchmal seelisch recht einsamen Arbeitgeber war. Der verballhornte „Strolch“ entstand, wie man aus dem Lexikon erfährt, erst in der Zeit des 30jährigen Krieges als Bezeichnung für stromernde Gaukler etc.

In dem lebhaft-sprunghaft geschriebenen Aufsatz von Herrn Wunder steht nichts, was Astrologenverbände nicht schon lange ausdiskutiert hätten. Hier vermisse ich Quellenangaben über das Niehenke-Zitat und über die Ergebnisse von Untersuchungen, die für die Astrologie „vernichtend“ sein sollen. Theodor W. Adorno soll als belesener Mann autoritäre Trends und erhebliches antidemokratisches Potential und  Vorlauf für den Faschismus in der Astrologie gesehen haben? Wann und wo wurde das veröffentlicht? Solch ein studierter Mann soll nicht gewußt haben, dass Faschisten und Diktatoren Astrologen verfolgen liessen?  Desweiteren werden „Studien von Psychologen in großer Zahl“ erwähnt. Auch hier fehlen Quellenangaben. 80 % der Therapien scheitern, wie mir ein Psychologe in der Heine-Universität aus einer Fachzeitung vorlas. Was erwartet denn Herr Wunder von den Psychologen? Sollen Psychologen sich etwa brotlos machen und ihre Klientel zum Astrologen schicken? Gerade jetzt, in einer Zeit, da in Amerika ca. 11.000 Astrologen (Quelle: Meridian) praktizieren und die dortige Psychiater-Welle aus den 70er und 80er Jahren abebbt, weil Astrologie billiger und sanfter ist? Selbstverständlich hat Astrologie dort ihre Grenzen, wo der Astrologe, die Astrologin seine/ihre Grenzen hat. Herr Wunder will die Astrologen nach Hause schicken? Sollen wir Herrn Wunder´s Ideen folgen und demzufolge die Soziologen nach Hause schicken ob des Zustands unserer Gesellschaft? Sollen die medizinischen Labors und Fakultäten ihre Arbeit einstellen, weil gegen Aids und Krebs noch keine Medikamente gefunden sind? Sollen wir die Archäologen nach Hause schicken, weil sie an der anfechtbaren Carbon-Methode festhalten, wenn sie das Alter von Scherben etc. bestimmen wollen? Sollen wir den akademischen Archäologen böse sein, die jeden aus der Fakultät drängen, der die akademischen Datierungsmittel zu kritisieren wagt?

Manchmal richtet Herr Wunder seine Skepsis ja in dankenswerter Weise auch wieder gegen seine eigenen Ausführungen und lenkt ein. In Teilen des Aufsatzes scheint er sogar Humor zu zeigen. Der versöhnliche Schlußsatz  kompensiert einiges und lässt einen freundlich und warmherzig denkenden Menschen vermuten. Dennoch: Die Astrologen und Astrologinnen sind m. E. die besseren Skeptiker. Astrologie ist ständiges Forschen und (Sich-Selbst-) Infragestellen seit Jahrtausenden. Die Forschungsergebnisse sind enorm; sie mögen umstritten sein. Von der Skeptiker-Organisation „GWUP“ las ich in PM das erste Mal. Pardon!

Im Berliner Melanchthon-Haus findet im letzten Quartal 97 eine Ausstellung statt mit dem Titel „Melanchthon, Luther und die Astrologie“. Wir werden dort vielleicht Gelegenheit haben, den Tierkreis mit humanistischen, abendländischen Denkbildern im Zusammenhang zu sehen.

Darf ich ein „Bild“ verwenden? Wenn ein großer Wirtschaftskapitän oder ein großer Politiker oder eine sonstige Person des öffentlichen Lebens auf der Höhe der Laufbahn bekennt, dass er/sie in der Jugend durch ein Buch von Albert Camus oder Marcel Proust geformt worden ist und er/sie nach dem Lesen des Buches dumme Angewohnheiten abgelegt hat und sein/ihr Leben in eine gute Bahn gebracht hat, ist doch sicher völlig unerheblich, ob das Buch ein Taschenbuch aus dem Antiquariat oder ein Leinenband aus der Top-Buchhandlung des Heimatortes war. Entscheidend war doch, dass er den richtigen Lesestoff zur richtigen Zeit bekam.

Anders ausgedrückt bzw. auf Astrologie bezogen: Solange es Menschen gibt, die weitererzählen, dass sie eine astrologische Beratung  als wohltuend, ja, lebensweisend empfunden haben, solange ist mir um die Astrologie nicht bange.

Der Astrologe, die Astrologin von heute führt als eine Art Coach mit dem durch Medien, Fremdbilder und Arbeitsstress belasteten Menschen ein Gespräch, zudem dieser anderweitig  kaum Zugang findet.

Mit besten Grüßen

Bernd Schiele

11
Sep
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Hallo Welt!

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